sämtliche greifvögel und kunstflugpiloten dieses schönen planeten starrten ehrfürchtig auf die anzeigetafeln der wallstreet, als die blase platzte: keiner ihrer kollegen hatte jemals zuvor eine dermaßen konsequente und steile parabel nach unten beschrieben wie sie die aktienindizes weltweit vollführten. alleine der dow jones verlor zwischen anfang august 08 und anfang märz 09 fast 50% seines wertes. milliarden an fiktiven werten wurden innerhalb einiger stunden verfeuert und die zündler traten in langen schlangen ihren canossagang an und widerriefen. sie sprachen plötzlich von neuen regeln, statt die “selbstregulierenden kräfte des marktes” zu beschwören, riefen nach dem staat wo sie ihn wenige wochen zuvor noch seiner unfähigkeit als unternehmer bezichtigten.
wir schreiben das jahr 2009 und die uneingeschränkten befürworter des marktes scheinen ein zweites mal (nach 1929) eines besseren belehrt. alle uneingeschränkten befürworter des marktes? nein, ein einzelner unbelehrbarer leistet tapferen widerstand gegen das offensichtliche: josef ackermann, chef der deutschen bank.
obwohl die gesamte ernst zu nehmende wissenschaftliche welt, die völlig abgehobenen eigenkapitalrenditwünsche der banker (das was man gemeinhin als die “gier der banker” bezeichnet), als einen der auslösenden faktoren der finanzmarktkrise erkannt hat hält josef ackermann das zepter des wahnsinns weiterhin hoch: er erklärte man könne und werde 20-25% eigenkapitalrendite erzielen.
bei jedem vernünftig denkenden menschen sollten sich bei solchen pressekonferenzen längst vergessen geglaubte fluchtreflexe aus den guten alten tagen der steinzeit reaktivieren. denn wie soll denn diese traumrendite erwirtschaftet werden? ganz einfach: herrn ackermanns junge, adrette investmanbanker werden sich mit lupen bewaffnet aufmachen um die nächste potentielle blase zu finden. sie werden in barbiepuppen oder angelzubehörfabriken investieren und die preise werden steigen, die renditen ebenso. junge in schwarze designeranzüge gehüllte banker werden wieder in den träumen potentieller schwiegermütter auftreten und die börse fussballplätze, feuerwehrstationen oder rockbühnen als lieblingsarbeitsplatz ablösen. bis zu jenem tag an dem ein helles köpfchen erkennt, dass er statt einer barbiepuppe doch lieber ein ferienhaus an der algarve sein eigen nennen würde und das gute stück veräußert. die preise werden purzeln, alle werden geld verlieren und jeder wird besserung geloben. herr ackermann aber wird sich, sollte sich kein kluger aufsichtsrat finden und ihn entfernen, wieder zu einer pressekonferenz aufmachen und erklären, dass 20-30% eigenkapitalrendite das ziel seien und somit den countdown zur nächsten blase einläuten. er wird das nicht tun weil er glaubt diesmal würde sich kein blase bilden, ihm ist bewusst dass es die blasen braucht um renditen dieser höhe zu erzielen. er wird das tun weil er glaubt klüger zu sein als seine konkurrenten. er wird das tun weil er glaubt den richtigen zeitpunkt für den ausstieg finden zu können.
dabei ist ihm eines nicht klar: jene gier die ihn wider besseres gewissen erneut die renditen-jagd eröffnen lässt wird zu einer art self-fulfilling prophecy. genau dieselbe gier wird es nämlich sein die ihn eben NICHT rechtzeitig von der börsenrally abspringen lässt. weil immer noch ein paar milliönchen bloß darauf warten gepflückt zu werden.
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