allen die es noch nicht wissen sei es hiermit gesagt: ich weile seit 3 wochen in berlin. durch zufall und etwas glück ist mir ein praktikum am wzb (wissenschaftszentrum für sozialforschung berlin) in die hände gefallen.
nach einer durchzechten nacht zog ich mit einem veritablen kater im gepäck in mein neues domizil. “house of nations” nennt sich das großspurig, als hellhörigen stahlbetonkäfig für asiatische musikstudenten (!!!) müsste man es wohl eher titulieren. bei all dem tadel bleibt jedoch eines zu loben: für den preis eines singleappartements bewohne ich die doppelversion, sogar in behinderten-gerechter ausführung. türschnallen auf 1.10 m, dusche ohne wanne, ein spiegel auf nasenhaarhöhe, halterungen an jeder ecke (vom tag an dem diese mir spät in der nacht zu hilfe eilen wird an selbiger stelle gesondert berichtet).
eine zu kurze nacht in einem zu kurzen und zu harten bett später der weg zur arbeit: 6 stationen u-6, 4 stationen m29 plus die 3 zu weit gefahrenen (und wieder zurück) später erreichte ich doch mein ziel. eine gewagte komposition aus altem haupttrakt und neuem, bunten rundbau (sehenswerte bilder auf der hp) wartete schon auf mich.
ewige formalitäten später (die preußen verstehen keinen spass wenn es um formales geht) stellte mich die sehr freundliche sekretärin der informatikabteilung, den bibliothekarInnen (im wzb findet man eine 5-stöckige bibliothek nur fürs personal) und dem rest der abteilung vor. sie erklärte mir die benutzung des riesigen kopierers samt scannfunktion, das faxgerät und die funktion der hauspost.
dann zückte sie einen schlüssel sperrte die nächstgelegene tür auf und präsentierte mir mein büro, mein eigenes büro, mit eigenem computer, eigener email, 2 eigenen telefonen, eigenem aktenschrank und vielem anderen. als ich eine halbe stunde voller staunen später mein büro versperrte um in der hauseigenen kantine einen kaffee zu erstehen entdeckte ich es: mein eigenes türschild. in edlem edelstahllook lachte mir da mein name ergänzt um die türnummer entgegen. in dem augenblick wurde mir eines schlagartig klar: das wars. mehr kann und werde ich nie mehr erreichen. mehr ist einem sozialwissenschaftler einfach nicht vergönnt. mit dem ersten praktikum den beruflichen zenit überschritten, welch trauriges schicksal.

Ui, da is wem fad worden in Berlin…
Liebe Grüße!
da kann ich beruhigen….wenn man erst gegen 10 zu arbeiten beginnt kann man ins bett gehen wenn man nach hause kommt.
langeweile kann also praktisch nicht aufkommen!
vielen dank für die grüße und bis bald am yppenplatz!